Ewald
24
Okt
Wie der Kellermeister den Jahrgang 2014 einschätzt

“Das Jahr 2014 war bestimmt das herausfordernste seit den letzten 13 Jahren meiner Berufserfahrung. Zum Hagelschlag über Röschitz Anfang September, gesellte sich dann fast während der gesamten Lesezeit richtig unangenehmes, feuchtwarmes Wetter, was die Fäulnis der Trauben noch zusätzlich vorantrieb.
Zuerst wussten wir nicht was wir machen sollen – sofort alles ablesen oder vielleicht doch noch zuwarten? Unsere Nerven lagen auf alle Fälle blank.
Für einen sofortigen Lesebeginn war es noch viel zu früh da die Trauben noch nicht annähernd die physiologische Reife hatten. Wir entschieden uns deshalb die Mannschaft im Weingarten zu vergrößern und so schnell als möglich die schon gefaulten Trauben von den Reben zu entfernen um eine Infektion der noch gesunden Trauben zu verhindern. Dadurch war es möglich, diese (vor allem beim Grüner Veltliner) noch 4 bis 6 Wochen am Stock zu belassen, um die gewünschte Reife zu erlangen. Der Ertrag wurde dadurch natürlich geringer, die Qualität der Trauben aber stieg mit jedem Tag. Die Ernte war dann Mitte Oktober (letzte Woche Donnerstag) abgeschlossen.
Im Nachhineinen betrachtet war es natürlich halb so schlimm:
Die Weine zeigen sich sehr fruchtig mit schöner Säure. Vor allem der Weinsäure Anteil ist ausgeprägt, woraus sich schließen lässt, dass die Weine lange ihre Frische behalten. Aufgrund des kalten und nassen Spätsommers wird es dieses Jahr leider keine fetten und kräftigen Grüner Veltliner – wie Mühlberg – geben. (Allerdings haben wir vor ein paar Wochen Mühlberg 2013 gefüllt ;-) ) Jedoch konnten wir durch dieses Botrytis begünstigende Wetter eine Auslese mit 23° KMW in den Keller bringen. Sehr vielversprechend.
Aromatische Sorten wie Riesling und Gelber Muskateller zeigen sich jetzt schon sehr typisch. Liebe Grüße aus dem Keller!”, Ewald Gruber


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